Ambient-Marketing: eine Medien-Meditation

„Ambient Marketing

  • Werbemittel, als Außenwerbung direkt in der entsprechenden Zielgruppe angewendet
  • wichtiges Kriterium ist die Platzierung des Werbemittel an den richtigen Orten für die entsprechende Zielgruppe
  • spricht die Zielgruppen in ihrem direkten Lebensraum an è es ist immer schwieriger Kunden über die traditionellen Kanäle wie TV und Radio anzusprechen
  • Werbemittel werden nicht in den traditionellen öffentlichen Räumen wie Plakatwände, U- Bahnstationen usw. veröffentlicht
  • Werbemittel sollen .von außen. in den Lebensraum der Zielgruppe gelangen è Bsp: Werbung auf den Kleiderbügeln der Reinigungen, Gratispostkarten die in der Gastronomie ausgelegt werden“

(Vgl.: http://www.panten.de/upload/warengruppen/3/file3.pdf am 21.01. 2015)

Litfaßsäulen und Telefonbuden gehörten lange zum Ambiente eines Außenraumes und waren in diesem Außenraum zugleich so etwas wie ein gläserner Innenraum. Zumindest Telefonbuden, die ja die gelben Träger der (Brief)-Marke „Post“ waren. Jetzt sind sie pink und sind nur noch außen ohne innen, es sei denn, jemand erfände so eine fantastische Möglichkeit, in Telefonhörer reinzukriechen, um einfach mal für einen Moment aus dem ganzen Außen zu verschwinden. So wie in Michael Endes MOMO, wo die Protagonistin einfach eine Tür in die Litfaßsäule hinein findet und sich dort vor der so rasch verändernden Zeit versteckt. Und Litfaßsäulen, diese runden Dinger, diese mit Blätterwäldern beklebten Collagen, gibt es auch kaum noch heute. Wie Telefonbuden gehören sie zu einer vergangenen Lebenswirklichkeit. Wegen MOMO habe ich mir Litfaßsäulen auch immer mit Tür vorgestellt. Manche Litfaßsäulen hatten ja auch sowas wie Türen, wenn sich uns Kindern ein darin enthaltener Kiosk als pralles Warenfenster öffnete und mit seinem Angebot eine Tür zu kindlichen Konsum- und erwachsen-kindlichen Sensationsbedürfnissen schuf: Bild-Zeitungs-Leser, Lotto-Spieler und Bunte-Tüten-Käufer in Personalunion vereint vor dem Angebot, das in optisch beliebigem Simultankontrast zu den Plakaten und ihren schrillen Botschaften stand.

Im Kontext von Internet und Social Media ist ein derart analoges Marketing ja sowas wie Slow-Motion. Wenn die grauen Herren in MOMO heute noch existierten, hätten sie wohl die Ladegeschwindigkeit erfunden. Modernes Ambient-Marketing, also fantastisches Ambient-Marketing, würde daher den Computer-Raum ausstatten und möblieren, würde unsichtbare Botschaften auf Bits und Bites schreiben und diese Codes direkt in das Unterbewusstsein der Verbraucher senden. Unterspült mit chilligen Ambient-Sounds. 😀

Watch and disappear:

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