Der idealtypische 2nd-Hand-Shop-Kunde

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Second-Hand-Shops boomen. Das liegt nicht  – wie vielleicht noch vor 20 Jahren – daran, dass Menschen im Allgemeinen weniger Geld für neue Sachen haben. Sondern eher an der Tatsache, dass Vintage in ist. Und viele Leute den Klamotten-Einheitsbrei, der durch die Globalisierung verschiedener Marken wie H&M, Mango oder dem Low-Budget-Laden Primark, nicht in ihrem Kleiderschrank haben wollen. Aber wer sind diese Leute, die lieber Sachen aus 2. Hand als neue zu kaufen?

Second-Hand-Shopper unter der Lupe

Natürlich sind die Personen, die in 2nd-Hand- oder Thrift-Shops einkaufen, nicht alle gleich. Sicherlich werden diese Geschäfte auch von Menschen frequentiert, die tatsächlich nicht viel Budget zur Verfügung haben und deshalb dort einkaufen müssen (obwohl: Primark-Klamotten sind sogar noch billiger). Da es bei der Zielgruppenanalyse darum geht, den idealtypischen Kunden für ein Produkt herauszuarbeiten, lohnt sich ein Blick u. a. auf demografische und sozioökonomische Merkmale sowie das Kaufverhalten.

Demografische Mermale

  • Alter: 16-35 / Generation Y & Z
  • Geschlecht: m/w
  • Familienstatus: (eher) ledig
  • Wohnort: Großstadt

Sozioökonomische Merkmale

  • Bildungsstand: mittel-hoch
  • Einkommen: mittel-hoch
  • Beruf: Berufseinsteiger / Young Professionals

Lebensstil

  • Inbeetween: Umbruchphase von Schule zu Uni und von Uni zu Berufsleben
  • Young Globalists: Im Berufsleben, global agierend, hedonistisch

Die hippen 2nd-Hand-Shop-Käufer sind einerseits junge Menschen, die zwischen verschiedenen Welten wandern. Gerade raus aus der Schule, werden sie durch das Studentendasein in eine neue Welt katapultiert. Neue Eindrücke, unterschiedliche Menschen mit den unterschiedlichsten Meinungen, beeinflussen ständig die Charakterbildung. Sie sind jung, mobil und hedonistisch. Danach folgt eine weitere Stufe ins Berufsleben. Viele landen in Kreativschmieden, die ihre Werte und Ideen erneut verändern. Die typischen Berufe, bei denen man früher vom Einstieg ins Berufsleben bis zum Rentenalter in ein- und derselben Firma blieb, sind fast gänzlich ausgestorben. Eine Festlegung auf einen Wohnort in ein- und demselben Land werden als atavistisch abgetan. Die Welt ist ein globales Dorf, jeder ist ein Kosmopolit und deshalb – fast schon zwanghaft – überall zu Hause. Die ständige Vernetzung über das World Wide Web begleitet und nährt diesen Trend. Freunde ersetzen Familie, Individualität ersetzt Stabilität. Die Selbstentfaltung ist das höchste Gut.

Und am besten verleiht man dieser eine kreative Note durch seinen eigenen unverwechselbaren Style. Und diesem wird man gerecht, wenn man eben nicht dort einkauft, wo es die Masse tut, sondern dort, wo man Uniqueness findet. Thrift-Shops sind dafür eine Goldgrube, die das Portemonnaie nicht zu stark angreift. Das kommt den Y- und Z-Generationen, die meist noch nicht DIE finanziellen Mittel aufweisen können, sehr entgegen.

Ein typischer Thrift-Shop-Käufer ist somit jung, dynamisch, weltweit vernetzt und aktiv und auf der Suche nach seinem individuellen Stil im Global Village des 21. Jahrhunderts.

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