Deutsche Bahn – Zielgruppenanalyse –

Nehmen wir uns ein Beispiel der Zielgruppenanalyse: die Deutsche Bahn.

Deutsche Bahn

Deutsche Bahn

Quelle: http://www.bahn.de/common/view/static/v8/img/social-media/db_logo_sm_1200x630.jpg

Punkt eins, wer fährt mit der Bahn?

  • Pendler mit größerer Anfahrt (ich lasse die Nutzung der Bahn in Verkehrsverbünden mal außen vor)
  • Geschäftsreisende
  • Gelegenheitsfahrer
  • Urlauber

Warum nutzen die einzelnen Gruppen die Deutsche Bahn und nicht das Auto oder Flugzeug?

Bei allen Gruppen sind die Faktoren ähnlich und könnten sein:

  • Feste zeitliche Kalkulationsgröße (unvorhersehbare Staus werden vermieden)
  • Kostenersparnis (bei Kalkulation der fixen und variablen Kosten des Autos, oder der Flugkosten)
  • Stressfreieres Pendeln (man kann z.B. Schlafen oder Lesen während der Fahrt)
  • Alternativlosigkeit (man hat keinen Führerschein)

Prüft man die Soziodemographischen Merkmale stellt man fest, dass es keine Einschränkungen gibt und Menschen jeden Geschlechts, Alters und Familienstandes in Frage kommen.

Auch beim Mediennutzungsverhalten gibt es eine breite Fächerung in der alle Medien genutzt werden.

Beim Problembewusstsein kann man sich auf die Faktoren der Nutzung beziehen. Diese Dinge sollte die Bahn lösen können und dies konkret bewerben.

Auch die Bahn nutzt lokale Gruppen. Die Verkehrsverbünde bilden eine solche Gruppe. Somit werden Nutzer des regionalen Nahverkehrs oft zwangsläufig zu Nutzern der Deutschen Bahn.

Die Lebensstile von Morgen werden auch bei der Bahn relevant. Menschen mit Patchwork-Familien in verschiedenen Städten, Young Globalists oder Ähnliche müssen mehr reisen und flexibler sein. Somit ist der Anspruch an eine Beförderung höher.

Sehen wir uns nun kurz an, ob die Deutsche Bahn auf die Bedürfnisse ihrer Kunden eingeht. Die zeitliche Kalkulation für Kunden ist nur begrenzt gegeben. Eine Verspätung bis zu einer Stunde ist laut der AGBs und auch per Gerichtsurteil hinnehmbar und bedarf keines Schadensersatzes durch die Bahn. Nach meinen persönlichen Umfragen zeigt sich, Mitarbeiter, die mit der Bahn zur Arbeit kommen und einen Anfahrtsweg von ca. einer Stunde haben müssen einen Unsicherheitsfaktor von – Minuten einrechnen. Hinzu kommt der Weg vom und zum Bahnhof. Gleiches gilt für andere Reisende, die Anschlüsse an Flüge brauchen, feste Termine haben oder schlichtweg pünktlich sein wollen.

Kostenersparnis, ein immer wieder diskutierter Punkt. Die Preise der Deutschen Bahn sind inzwischen exorbitant. Meist sind diese deutlich höher als Auto, Fernbus oder Flugzeug. Zwar gibt es umfangreiche Rabattierung, die laut Bahn von 80% der Nutzer gebucht werden, aber inzwischen so kompliziert sind, dass sie nicht gefunden werden oder für ältere Menschen schlicht nicht genutzt werden können, da diese eine Nutzung von Internet oder Handy-App voraussetzen.

Stressfrei. Ja eine Fahrt kann stressfrei sein. Wenn nicht gerade eine Fußballmannschaft in der Umgebung spielt, es Schulferien sind, die Wetterverhältnisse für die Deutsche Bahn nicht winterlich sind und man sich nicht an zugigen Bahnhöfen mit hohem Alkohol- und Drogenkonsum stört. Da ist das Fliegen meist dann doch etwas komfortabler.

Bleibt die Alternativlosigkeit. Perfekt, die Bahn erfüllt dieses Kriterium. Hast Du keine andere Chance, fährst Du mit der Bahn, egal zu welchem Preis und egal wie schlecht die Beförderung ist.

Marketingziel der Bahn müsste also lauten, sorgt dafür, dass Piloten streiken, Fernbusse wieder verboten und Autobahnbaustellen eröffnet werden. Aber die Deutsche Bahn hat sich schon was einfallen lassen, die DB-Fernbusse wurden eingeführt.

Grundsätzlich zeigt dieses, ich gebe zu sarkastische, Beispiel, wie am Markt vorbei geplant werden kann. Hier müsste ein Produkt für die Zielgruppen attraktiver gestaltet werden. Ein Besuch in diesem Kurs wäre vielleicht angebracht.

Da wirkt der Imagefilm von 2013 fast wie ein Hohn. Deutsche Bahn:

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