Aufklärung ist Alles

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  • #6098
    kwanke
    Teilnehmer

    Mein Verhältnis zu Google ist eigentlich ein Gutes. Ich gehöre aber auch zu den Menschen, die nicht wild mit Daten um sich schmeißen. In meiner Freizeit bin ich oft Stunden im Netz, mache Bestellungen, tätige Überweisungen, kommuniziere mit Weggefährten. Die Selbstverständlichkeit, mit der ich mich im Netz bewege wird aber auch von Einigen nicht verstanden. Sie halten es für sehr gefährlich, denn ich gebe ja eine Menge Intimitäten preis, die ja noch nicht einmal mein Nachbar weiß.
    Ich persönlich bin kein Geheimniskrämer und daher darf Google auch das ein oder andere von mir wissen.
    Wichtig ist nur, dass mein weiß was man tut und daher ist Aufklärung alles. Ich nutze Google natürlich auch, um mein Wissen anzureichern und mich über Datenschutz und Sonstiges zu informieren und dann entscheide ich!
    Und alles hat seinen Preis. Hier gilt es abzuwägen:
    Und wer so naiv ist und denkt, Google bietet seine Dienste aus Freundlichkeit an, wird schnell eines Besseren belehrt. Aber so ist das nun mal im Leben. Nichts ist umsonst und man hat immer die Wahl sich dem Ganzen zu entziehen oder eine Alternative suche.
    Ich war übrigens sehr erstaunt, dass ich im Google Dashboard keine Skandale oder andere Geheimnisse über mich lesen konnte! Hier muss Google unbedingt noch an sich arbeiten!

    #6138

    Google wird an sich arbeiten 🙂

    #11752
    vanessarisse
    Teilnehmer

    Ich bin absolut deiner Meinung. Es ist wichtig, dass man weiß, worauf man sich einlässt, wenn man Google Services nutzt.
    Natürlich muss ich etwas (preis)geben um etwas zu nehmen. Ich gebe Google kein Geld um die Dienste zu nutzen, dafür aber alle möglichen Daten. Man kann es als „win-win-Situation“ auch sehen. Schließlich profitiere ich ja von den kostenlosen Diensten wie Google Maps, Google+ usw und so fort.

    Ich möchte diese Dienste auch gar nicht missen. Es ist schließlich bequem – und kostenlos!

    Ebenso muss man vertrauen. Aber hey: Ich bin mir ja bewusst, was ich veröffentliche. Ich hoffe für die Zukunft, dass die Schüler in der Schule über die weite Welt des Internets und all ihren Konsequenzen und Möglichkeiten aufgeklärt werden.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Jahre, 5 Monaten von vanessarisse.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Jahre, 5 Monaten von vanessarisse.
    #11756
    Stefan
    Teilnehmer

    Wenn ich allerdings „Melanie“, die famose Lehrerin in der ARD-„Doku“ sehe, hege ich keine so großen Hoffnungen wie Vanessa, dass

    die Schüler in der Schule über die weite Welt des Internets und all ihren Konsequenzen und Möglichkeiten aufgeklärt werden.

    So viel Naivität (von „Melanie“, nicht von Vanessa!) erschreckt mich geradezu. Denken solche Leute, dass Google seine Dienste aus purer Menschenfreundlichkeit kostenlos anbietet? Die Firma macht ja nur 14 Mrd. US-Dollar Gewinn (!) im Jahr (2014).
    Aber das hat mich bei weitem nicht am meisten geärgert. 80+ Prozent Allgemeinplätze, unterlegt mit dieser unerträglich schnulzigen Geigenmusik – daheim hätte ich nach zehn, ach was, fünf Minuten umgeschaltet. Ich behaupte, man kann die Aussage des Films in zwei Minuten einem Achtjährigen erklären: Die Firma Google verdient sehr viel Geld, indem es anderen, bei ihr werbetreibenden Firmen genau sagt, was Leute mit Hilfe von Google im Internet finden/kaufen/erreichen wollen. Und da Google noch mehr Geld verdienen möchte, will es das natürlich noch genauer herausfinden. Dafür braucht die ARD 44 Minuten…
    – End of Rant –

    #11759
    PatrickG
    Teilnehmer

    Ich hab auch mal mein fazit zum Film da gelegt und da der durchaus auch diskosionen los treten kann habe ich ihn mal verlinkt

    http://schulung-onlinemarketing.de/foren/thema/googles-markt/

    Der wert so einer Doku zeigt wie der Wissenstand ist in Deutschland grade bei den Firmen und das ist hier ganz klar erscheckend.

    #11760
    matalo
    Teilnehmer

    Ich verstehe euren Ansatz und ich verstehe auch den Ansatz hinsichtlich des Online-Marketing. Aber selbst wenn man das „Geschäft“ mit Google im Wissen über die „Win-Win-Situation“ eingeht, sollte doch immer eine kritische Distanz bleiben.
    Können wir die Risiken, die es auf jeden Fall auch gibt, wirklich in ihrer Konsequenz abschätzen?

    Es gibt ja sehr viele Bereiche des Lebens (auch bei euch), bei denen wir nicht nur auf unser eigenes Handeln achten können und ein (z.B. staatliches) Regulativ wichtig ist. Nicht alle Menschen verhalten sich sozial kompatibel. Und das Gleiche trifft auch auf Unternehmen zu.
    Ein gewinnorientiertes Unternehmen hat eben nicht zwangsläufig das Wohl des Einzelnen im Blick.

    Die Gesellschaft dann in „Klassen“ (so klang/klingt es bei mir in der Diskussion durch) aufzuteilen, nämlich in diejenigen, die sich versiert und sicher in der digitalen Welt (und der Google-Welt) bewegen können, und in diejenigen, die es nicht können (und gewissermaßen selbst schuld sind, weil sie sich ja besser informieren hätten können), empfinde ich als absolut falsch, da unsere (bundesdeutsche/westdeutsche) Gesellschaft nicht auf diesen Grundsätzen (die ich eher im angesächsischen, wirtschaftsliberalen Verständnis verorte) aufgebaut wurde.

    Nur weil „ich“ super damit umgehen kann (und auch guten wirtschaftlichen Erfolg damit habe), kann ich doch nicht alle anderen ausser Acht lassen.
    Das freie Spiel der Kräfte, das u.U. eben auch zu einer Monopolstellung führen kann, birgt eben auch die Gefahr sozialer, wirtschaftlicher und politischer Ungleichheit.
    Und das ist einer der großen Diskussionspunkte. Es geht nicht nur um das „ich“.

    Niemand neidet Google das gute Geschäftsmodell und den Erfolg. Wieso sollte man. Wer gute Dienste anbietet, soll damit auch gutes Geld verdienen können.

    Die Frage ist aber, wer kann kontrollieren, ob und wann Mißbrauch betrieben wird. Der Staat, die Medien, der Einzelne? Und wann und wo gäbe es überhaupt noch einen Punkt, an dem das System (eventuell auch aus sich selbst heraus) reguliert werden kann, bevor ein wirklicher Schaden entsteht?
    Wer stellt z.B. sicher, daß die Recherchen und Arbeiten kritischer Journalisten gefunden werden können? Habt ihr wirklich ein derart grenzenloses Vertrauen in Google?
    Ich habe zumindest genausowenig Vertrauen in Google (pars pro toto) wie in die Staats- und Parteiführung der VR China. Und diese kritische Distanz wird auch bleiben, ungeachtet der beruflichen/finanziellen Chancen, die sich mir durch Google (pars pro toto) bieten.

    Und: Wer soll denn Kinder, Jugendliche und Erwachsene so erziehen, daß sich alle sicher in der digitalen Welt bewegen können (wie es sich Vanessa zu Recht wünscht)? Diese Aufgabe müsste ja letztendlich wieder der Staat übernehmen. Google (oder andere Unternehmen) werden da sicherlich nicht tätig werden.
    Das läge dann wieder in der Hand der viel gescholtenen Politiker und staatlichen Institutionen, die ja alle „keine Ahnung“ haben (oder sich mal von Lobbyisten oder mal von bürgerlicher Verhinderungspolitik leiten lassen).

    Für mich ist das ein klassisches Spannungsverhältnis. Nämlich zum Einen die Sozialisation in einem fürsorglichen demokratischen Rechts- und Sozialstaat (gepaart mit dem Wunsch, dies so beibehalten zu wollen), und zum Anderen der wirtschaftsliberale Wunsch nach so wenig Reglementierung/Regulierung (so wenig jammernden Bremsern) wie möglich. Das zieht sich nicht nur durch die Datenschutz/Google-Diskussion, sondern auch durch viele anderen aktuellen Diskussionen in Wirtschafts-, Finanz- und Handelspolitik. Es ist eher eine kulturelle, ethische Fragestellung.

    Nichts anderes stellt auch die Google-Reportage der ARD dar. Ob jetzt ein darin gewähltes Beispiel treffend ist oder nicht, spielt für mich dabei eine untergeordnete Rolle. Der Zuschauer soll vorrangig darüber informiert werden, daß sich hinter Google nicht nur ein praktischer Alltagshelfer, der noch dazu gratis ist, verbirgt, sondern eben auch eine nachhaltige Problemstellung für die Gesellschaft.

    Bitte entschuldigt den langen Beitrag.

    #11762
    Stefan
    Teilnehmer

    Grundsätzlich bin ich bei Dir, matalo. Es liegt mir fern, die Menschen in „Klassen“ einzuteilen (also hier Google-„Versteher“ und -„Ahnungslose“), und von „selbst schuld“ möchte ich auch nicht sprechen. Aber wie gesagt erschreckt es mich wirklich, wenn jemand, der es besser wissen sollte (aber vielleicht verlange ich in diesem Bereich auch zu viel), tagtäglich ein Produkt benutzt, ohne offensichtlich auch nur entfernt zu wissen, was dieses Produkt eigentlich macht. So viel zu kritischer Distanz.
    Ich selbst sehe Google sehr kritisch. Ich glaube, dass eine Art von staatlicher Regulierung nötig sein wird, wenn ein Unternehmen so viele sensible Daten von so vielen Menschen sammelt. Aus den von Dir genannten Gründen.
    Allerdings glaube ich auch, dass gerade ein privatwirtschaftliches Unternehmen, und das widerspricht der ersten Intuition, zuvorderst ein Interesse daran haben muss, mit den ihm anvertrauten Daten „sensibel“ umzugehen – weil diese Daten ganz einfach die Geschäftsgrundlage bilden. Bei Staaten – beileibe nicht nur der VR China – wäre ich mir da nicht so sicher. Ich möchte mir nach seinen jüngsten Äußerungen zu dem Germanwings-Flugzeugabsturz nicht ausmalen, was der bayerische Innenminister Herrmann anstellen würde, stünden ihm die Google-Daten der bayerischen Bürger zur Verfügung. Da muss man gar nicht erst auf NSA und Konsorten verweisen.

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