Google eine Geschäftsidee mit großer Verantwortung

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  • #11763
    Uta Diehl
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    Beim anschauen der Google-Reportage sind bei mir gemischte Gefühle aufgestiegen. Zum einen ärgere ich darüber, wenn eine Reportage nicht gut Recherchiert ist. Was hier ganz klar der Fall ist. Eine Firma ist eine Firma also immer mit dem Ziel Gewinn zu Erwirtschaften und Arbeitsplätze zu schaffen. Eine Firma sollte dafür sorgen, dass es den Mitarbeitern dort gut geht und dadurch bessere Ergebnisse oder sogar Höchstleistungen voll bracht werden. Kurz gesagt, dass die „Work-life-Balance“ stimmt. Offensichtlich funktioniert das bei Google.

    Die richtige Geschäftsidee zur rechten Zeit
    Google hatte eine brillante Geschäftsidee zur richtigen Zeit und dies auch noch sehr gut umgesetzt. Jetzt kann ich mich natürlich als Mitbewerber verschließen und versuchen auf Teufel komm raus meinen eigene Weg gehen oder ich kann meine eigenen Ideen anpassen und versuchen „Win-win-Situationen“ zu schaffen. Nur wenn ich es schaffe mein eigenes Geschäft immer wieder zu reflektieren und an neue Gegebenheiten anzupassen kann ich auch weiter bestehen. Das bedeutet aber immer Arbeit, Arbeit und noch mal Arbeit und die Fähigkeit über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen. Diese Fähigkeit ist leider nicht allen geben.

    In dem Film wurden Firmen gezeigt die offensichtlich nicht versuchen eine Win-win-Situtation zu schaffen sondern ausschließlich auf ihren eigenen Vorteil aus sind. Der Mark hat sich aber verändert und nur mit reinem Egoismus komme ich nicht mehr weit.

    Die neue Offenheit birgt eine große Verantwortung
    Mit gemischten Gefühlen stehe ich der Verantwortung, die Google mit dem großen Wissensarchiv hat, gegenüber. So lange diese Wissensmacht nicht schändlich ausgenutzt und anderen Menschen böswillig damit geschadet wird ist alles gut. Wenn dies aber doch mal passieren sollte, wird es unangenehm. Ich denke hier muss Google sehr Gewissenhaft mit diesem Wissensgut über Privatpersonen umzugehen. Man selbst sollte sich dessen auch immer bewusst sein und mit der Weiterverbreitung von Privaten sorgsam umgehen. Auch als Eltern trägt man hier eine große Verantwortung seinen Kinder den bewussten Umgang mit den neuen Medien bei zu bringen.

    Hier zeigt sich wieder, wie im realen Leben, jeder ist für sich und seine Handlungen selbst verantwortlich und es sollte unser großes Ziel sein, dass den jüngeren Generationen vorzuleben und bei zu bringen.

    Sind wir bereit dazu?
    Nun ist es wie mit jeder neuen Erfindung und Entwicklung. Wir müssen lernen damit umzugehen. Wir werden Fehler machen und daraus lernen. Wir werden nachbessern und uns neu aufstellen, ein zurück gibt es definitiv nicht mehr.

    Es hat ja aber auch seine guten Seiten, wenn…
    … ich nicht mehr ewig suchen muss um meine Einkäufe zu erledigen.
    … ich nicht mehr stundenlang nach Inspirationen für meine Ideen Ausschau halten muss.
    … ich den Weg zu meinem Urlaubsquartier auf dem Silbertablett serviert bekomme,
    … ich die genauen Tracking-Daten für das von meinem Kollegen geparkte Auto zugeschickt bekomme und es so sofort finden kann.
    … ich nicht mehr ewig in der Bibliothek Bücher wälzen muss um ein Referat, Semesterarbeit oder ähnliches zu schreiben.

    Im Großen und Ganzen ist es eine geniale Idee, Wissen für alle und jeden, so einfach wie möglich zugänglich zu machen. Es kommt immer darauf an was wir daraus machen.

    #11764
    matalo
    Teilnehmer

    Ich hab jetzt nicht verstanden. Wo war die Reportage deiner Meinung nach schlecht recherchiert?

    #11765
    Uta Diehl
    Teilnehmer

    Ich finde die Reportage ist oberflächlich Recherchiert. Mir fehlen hier wichtige Hintergrundinformationen zu den klagenden Firmen. Ich finde hier ist ein sehr großer Spekulationsspielraum geblieben. Was haben die Firmen zum Beispiel unternommen um mit Google ins Geschäft zu kommen? Oder beteht hier der einzige Weg für diese Firmen zu Klagen und warum ist das der einzige Weg? Wo sehen die klagenden Firmen ihre eigene Verantwortung?

    #11766
    matalo
    Teilnehmer

    Aber bei der Reportage geht’s doch nicht nur um die zwei klagenden Firmen. Der Titel ist ja „Die geheime Macht von Google“.
    Da Google natürlich niemanden in seine Algorithmen sehen lässt, wird diese Macht auch nach der Reportage noch geheim bleiben müssen. Das kann nicht recherchiert werden.
    Aber Google wirft eben Fragen auf (gesellschaftlicher, politischer, kultureller und wirtschaftlicher Art), dieser Fragen-Stand muss dargestellt werden und das macht die Reportage, gerade wenn sich eine Dienstkeistung (mit Zustimmung der Nutzer) auf soviele Bereiche des Lebens erstreckt.
    Du hast es ja selbst gesagt, Google ist ein Wirtschaftsunternehmen (das kommt in der Reportage ja wohl raus). Es ist also nicht zu institutioneller Neutralität verpflichtet und kann eine eigene Agenda verfolgen. Diese, wichtige Frage wird gestellt, ubabhängig davon ob irgendeine Berliner Klitsche belegen kann, ob manipuliert wurde oder nicht.
    Denkst du diese Problemstellung ist jedem Zuschauer bewusst (wenn sie nicht nal jedem Nutzer bewusst ist) ?
    Und allein damit hat die Reportage einen Zweck erfüllt. Es sollte nur ein Überblick gegeben werden, zum Nachdenken und Diskutieren angeregt werden.
    Ich schließe mich also deiner Kritik nicht an. Im Übrigen glaube ich, dass die Reportage einen größeren Teil der Laufzeit mit der Darstellung (und auch Selbstdarstellung) Googles, wie man auch deine Bemerkung zur Work-Life-Balance sehen kann, verbringt. Auch das eher ein Indiz für den Versuch einer Überblicksdarstellung (und nicht einer Enthüllungsreportage).

    #11767
    Uta Diehl
    Teilnehmer

    Ja, du hast voll kommen recht. Es geht um mehr als zwei klagende Firmen und du hast voll kommen recht das eine Firma ihr größtes Firmengeheimnis nicht offenlegen muss. Den Algorithmus brauche ich nicht zu wissen um mich kritisch mit Google auseinander zu setzten.
    Ja, Google wirft Fragen auf und genau hier finde ich es einseitig.
    Die Reportage beleuchtet ausschließlich die Seite, dass eine Fremdfima nur die Möglichkeit hat gegen Google zu klagen um weiter bestehen zu können. Aber das ist definitiv nicht die einzige Möglichkeit. Wenn ich mich kritisch mit etwas auseinander setzten will muss ich möglichst alle Seiten beleuchten. In der Reportage wird nicht darauf eingegangen, dass Google auch für Firmen Möglichkeiten bereit hält gemeinsam Geld zu verdienen. Mir fehlt hier zum Beispiel die Firma die mit Google gemeinsam oder durch Google Geld verdient hat. Diese Seite wird völlig außer Acht gelassen.
    Ob das nun gut oder schlecht ist muss aber jeder für sich selbst aus machen.

    #11769
    matalo
    Teilnehmer

    Die meiste Zeit hat die Reportage mit der Darstellung von Google selbst verwendet und es kamen 3 bis 4 Google-Mitarbeiter ausführlich zu Wort. Die beiden Unternehmer waren nur Teilaspekte gewesen. Von Einseitigkeit kann hier meiner Meinung nach nicht die Rede sein.
    Hättest du es lieber gehabt, wenn man einen Industriefilm für Google macht, der die vielen schönen Möglichkeiten aufzeigt, mit Google Geld zu verdienen?
    Der Ansatz war, Google zu hinterfragen.

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