Gutes Google Schlechtes Google

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  • #6109
    Catrin
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    Google weiß, wo du im letzen Sommer warst

    Google hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1998 zu DER Suchmaschine entwickelt und mit mehr als 4 Mrd. Suchanfragen täglich als Marktführer etabliert.

    Die Produkte und damit Vorteile, die Google Nutzern bietet, sind auf einen Blick bei „Über Google – Produkte“ einsehbar. Jedes angebotene Produkt ist ein kostenloser Dienst. Die Dienste können miteinander verknüpft werden und bieten dem Nutzer damit Synergien, die Zeit und Kosten sparen und die Organisation des eigenen Lebens – privat wie geschäftlich – erleichtern. Ein gebündeltes Leistungsspektrum also, das jedem frei und ohne Kosten zur Verfügung steht. Es gibt keinen Wettberber, der ein vergleichbares Spektrum bieten kann. Der KOSTEN-/NUTZEN-Faktor ist für Nutzer MAXIMAL. Keine Kosten, voller Nutzen. Die Marktmacht von Google ist also auch eine von Nutzern geschaffene, die die kostenlosen Dienste in Anspruch nehmen. Eine klevere Strategie, die Google zu einem der intelligentesten und erfolgreichsten Unternehmen der Welt macht.

    Wettbewerber, Unternehmen oder Privatpersonen, die sich von Google und seinen Diensten abgehängt, hintergangen, benachteiligt fühlen, reichen Klagen ein. Angriffsmöglichkeiten gibt es. Das belegt diese ARD-Reportage https://www.youtube.com/watch?v=v-yHkFUent8 beispielhaft.

    Klagen gegen Google? No Chance!

    Klagen gegen Google von Wettbewerbern, Unternehmen und Privatpersonen wegen Verstoßes gegen
    – Monopolstellung
    – Kartellrecht
    – Wettbewerbsrecht
    – Datenschutzrecht
    – Verbraucherschutz
    haben vor dem EU-Parlament bislang aber keine Chance. Die EU-parlamentarische Abstimmung z.B. „für eine Zerschlagung von Google“ hatte nur symbolischen Charakter.

    Google ist eine Datenkrake. Eine, die seine Nutzer durch Bestätigung der AGBs mit erschaffen haben. Die Frage ist, wie lange das so bleibt und wann Klagen gegen Googles Geschäftsbedingungen und -gebaren Erfolg haben werden.

    Klagen hätten dann Erfolg, wenn eindeutige Rechtsverstöße seitens Google vorlägen oder sich die Rechtsgrundlagen bspw. beim Daten- und Verbraucherschutz ändern und dem Konzern damit Einhalt geböten. Dafür wäre es notwendig, dass Deutschland und die EU das #Neuland Internet erschließen. Wahrscheinlicher sind Szenarien, in denen Google durch kleinere Anpassungen der Infrastruktur dem öffentlichen, politischen und juristischen Druck nachgibt.

    Das Problem, „(…) Bei einem Unternehmen wie Google, das lediglich virtuelle Dienste anbietet stelle sich die Frage, welche Infrastruktureinrichtung überhaupt ausgegliedert werden soll. Sofern man Google etwas wegnimmt, könnte eine entsprechende Dienstleistung wieder neu entwickelt werden. Es wird nicht recht deutlich, was hier überhaupt Gegenstand einer Zerschlagung sein sollte. Es geht eben nicht um ein Leitungsnetz oder eine Hafenanlage, die man einem Monopolisten wegnehmen und dauerhaft auf einen anderen Anbieter übertragen könnte.“

    Google ist ein Phänomen, für manch einen ein streitbares. Ob Google langfristig seine Marktposition hält, bleibt abzuwarten. „Gerade in der Technologie-Branche verändern sich die Machtverhältnisse sehr schnell. Dass zeitweise Marktdominanz nicht in Stein gemeißelt ist, sehe man beispielsweise daran, wie schnell Apple sich als Konkurrent zu Microsoft etabliert hat.“

    Günther Öttinger, EU-Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft: Ein rechtliches Eingreifen oder gar eine Zerschlagung von Google ist ein „Instrument der Planwirtschaft“.

    Willkommen in der Marktwirtschaft.

     

    Quelle: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/11/28/kartellrecht-eu-hat-keine-handhabe-fuer-zerschlagung-von-google/

     

    #6119
    flinkpike
    Teilnehmer

    Wirtschaftspolitik
    Information ist spätestens heute ein Wirtschaftsgut: sie stiftet Nutzen, befriedigt Bedürfnisse und unterliegt den Gesetzen der Knappheit.
    Grundlegende Aufgabe der Wirtschaftspolitik besteht darin, für Rahmenbedingungen zu sorgen, die eine möglichst optimale Verteilung der Güter in einer Volkswirtschaft gewährleisten. Meiner Meinung nach sollte der Umgang mit Information als Wirtschaftsgut entsprechend behandelt und gesetzlich geregelt werden. Streiten kann man immer; ich bin dafür, dass dieser Streit gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Konsequenzen hat.

    Monopolistischer Schneeballeffekt
    Wenn ein Unternehmen seine führende Stellung im Markt nutzt, um diese noch mehr auszubauen, sprich den Wettbewerb noch mehr zu verdrängen, dann ist das unlauter und kann vom Staat geahndet werden (wenn entsprechende Gesetzgebung vorhanden ist.). Die Vorteilsnahme dieser Vormachtstellung versetzt google wirtschaftlich überhaupt erst in die Lage, soviele Dienste gratis anzubieten und damit noch mehr Kunden an sich zu binden. Die tollen, kostenlosen Angebote sind schön und gut für den der sie nutzt, die kostenlosigkeit basiert aber auch wieder auf googles hervorragender Stellung im Internet-Werbemarkt.

    Kostenlos oder gratis?
    Die kostenlosigkeit der google-Dienste ist in meinen Augen eine Milchmädchenrechnung, denn infolge der ARD ist offensichtlich, dass jeder Nutzer der google-suchmaschine mit dem Verzicht auf objektive Information bezahlt, wenn er sich in Suchbereichen bewegt, an denen google ein unternehmerisches Interesse hat.

    Verbraucherschutz
    Niemand zwingt mich, google zu benutzen, und doch komme ich als Otto Normalverbraucher kaum noch darum herum. Ein grosser Teil des Verbraucherschutzgedankens beruht grob gesagt darauf, die Unbedarften vor ihren eigenen Handlungen zu schützen. Den privaten Konkursler hat ja auch keiner gezwungen, sich über beide Ohren zu verschulden, und doch bemühen sich die – staatlich subventionierten – Verbraucherzentralen in Deutschland, mit ihrer aufklärerischen Tätigkeit solche Situationen zu verhindern oder zumindest zu lindern.

    Freiheit in Kultur und Gesellschaft
    Die Grundfrage wie bei allen diesen Diskussionen ist: wieviel Freiheit wollen wir, und was sind wir bereit, dafür in Kauf zu nehmen, wieviel Verantwortung wollen wir uns selbst und anderen zumuten, wieviel Steuerung braucht unsere Gesellschaft? Was verträgt unsere Gesellschaft, was entspricht unserer Kultur?

    Amerika und Europa
    Mich wundert es nicht, dass die amerikanische Administration es nicht geschafft hat, microsoft zu zerschlagen. Amerikanische Kinder saugen das Motto „This is a free country“ mit der Muttermilch auf, und ich vermute, dass genau dies wiederum mit dazu beigetragen hat, dass Apple gegen microsoft so wachsen konnte (Mit schnell hat dies allerdings nicht zu tun. Das Wort personal computer wurde 1981 von Apple geprägt.). Sie ist z. b. auch verantwortlich für die geringe Popularität eines staatlichen Krankenkassen- und Rentensystems. Wir in Europa können unser politisches Fundament mit dem amerikanischen nur wenig vergleichen; ich finde, wir sollten google nach europäischem Mass messen.

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