I’ll see you again in twenty-five years | Twin Peaks feiert Jubiläum

Es gab eine Zeit, da waren TV Serien noch nicht hip und von den besten Filmemachern produziert und betreut. In dieser Zeit waren TV-Serien ein reines Gebrauchsformat, das keine Nährwerte bieten musste und lediglich einen in immer gleichen wiederkehrenden Schemata (Kriminalfälle etc.) und in der standardisierten Länge von 46 Minuten bildenden Rahmen für Werbespots liefern musste (zumindest in den USA). Es war die Zeit vor „Twin Peaks“
Als „Twin Peaks“ im Jahr 1990 in den USA Premiere hatte (und auch als es in Deutschland dann 1991 auf RTL ausgestrahlt wurde), wurde es sofort als Sensation wahrgenommen. Im tristen Serienalltag der späten 80er/frühen 90er hatte man einen Diamanten entdeckt. Die Fangemeinde wuchs in kurzer Zeit ständig und Serienabende bei Kaffee und Kirschkuchen (wie Protagonist Dale B. Cooper, gespielt von Kyle McLachlan) wurden zum weitverbreiteten Ritual.

Twin Peaks – Der Plot

Der Inhalt ist schnell erzählt: Nach dem brutalen Mord an Laura Palmer finden FBI-Special-Agent Dale Cooper (Kyle MacLachlan) und Sheriff Harry S. Truman (Michael Ontkean) schnell heraus, dass in der kleinen Stadt Twin Peaks niemand wirklich unschuldig ist und nichts so ist, wie es scheint. Nie gesehene Bilder und nie vernommene Klänge… bis jetzt.  „Twin Peaks“, erschaffen von David Lynch und Mark Frost, gewährt nie zuvor gesehene Einblicke in die Tiefen der Wälder. (Quelle: Amazon)
Aber wie konnte diese Serie die triste TV Welt der damaligen Zeit so aufmischen?

Twin Peaks – Die Macher

Die Antwort dafür ist einfach und lautet schlicht: David Lynch. Der legendäre Filmemacher (Elefantenmensch, Blue Velvet, Wild at Heart, Lost Highway, Mulholland Drive) konnte sich hier in einem Langformat austoben und seinen mitunter grotesken Ideen freien Lauf lassen. Zusammen mit dem Serienspezialisten Mark Frost (Polizeirevier Hill Street) konnte so eine Serie kreiert werden, die, inspiriert von Melodramen der 50er und 60er Jahre, einen mysteriösen Kriminalfall bot und gleichzeitig viel Raum für die Zeichnung der teilweise bizarren Charaktere ließ. Die Legende besagt, daß das Projekt ohne konkrete Auflösung begonnen wurde und erst auf Drängen des Networks der Mörder spontan am Set entschieden wurde.

Twin Peaks – Die Qualität

Ein zweites Qualitätsmerkmal lag in der Besetzung, die aus ein paar schon arrivierten Hollywoodschauspielern (die sich noch nicht in Serien „verbrannt“ hatten, wie Kyle Mclachlan, Piper Laurie, JoanChen, Ray Wise) und vielen talentierten Newcomern (wie Lara Flynn Boyle, Sherilyn Fenn, Sheryl Lee, Madchen Amick, Heather Graham, David Duchovny James Marshall) bestand. Da auch hinter der Kamera viele Kinoregisseure tätig waren, hatte die Serie insgesamt einen „Kino-Look“, der viel zur Attraktivität beigetragen hat. Dazu kam dann noch der grandiose Spundtrack von Lynch-Filmkomponist Angelo Baddalamenti. Fertig war das Premium-Produkt.

Twin Peaks – Das Geheimnis

Die Suche nach dem Mörder von Laura Palmer wurde zu einem der Medienthemen der Zeit. Ein geschickter Cliffhanger am Ende der ersten Staffel verstärkte dies dann noch. Der Druck war aber letztendlich so groß geworden, daß das Network die Macher David Lynch und Mark Frost dazu drängte, den Mörder sehr schnell in der zweiten Staffel zu präsentieren, was in der Folge zu einem sofortigen Verlust der Attraktivität dieser Serie führte. Für sehr viele Zuschauer war der Mordfall als „roter Faden“ eben das Hauptkriterium gewesen und nicht die Vielzahl bizarrer Charaktere und Nebenhandlungen. Und somit war das Ende der Serie dann auch schnell besiegelt, als die Quoten wieder merklich sanken.

Twin Peaks – Der Kultcharakter

Twin Peaks auf Amazon

Quelle: Amazon

Für eine weiterhin große Anzahl von Menschen machten aber genau dieses seltsame Figurenpanoptikum und die unvorhersehbaren Ereignisse den Reiz aus, und dieser Kultcharakter bleibt auch heute noch erhalten. So war dann auch die Freude groß als im vergangenen Jahr zum 25 jährigen Jubiläum der Serie eine neue Staffel angekündigt wurde. Es ist zwar im Moment noch unklar, wann und von wem diese Serie letztendlich gemacht wird (David Lynch ist kurzfristig ausgestiegen) aber bis dahin hat man zumindest Gelegenheit, sich diesen TV-Klassiker noch einmal vollkommen neu zu entdecken. Paramount hat im vergangenen Jahr rechtzeitig eine komplette Blu Ray Edition auf den Markt gebracht, die das Herz jeden Fans begeistern sollte und auch gleichzeitig neue Fans generieren sollte. Die Box enthält neben dem überarbeiten Bild natürlich die komplette Serie mit allen möglichen Extras (Dokus, etc.) auch den 1992 entstanden Spielfilm (ein Prequel, das die Geschichte von Laura Palmer erzählt).
Ich kann nur jedem empfehlen, sich diese Serie in dieser bestmöglichen Qualität anzusehen. Wenn ihr die Serie zudem noch über nebenstehenden Link erwerbt, unterstützt ihr zudem auch mit einem minimalen Beitrag die Macher und Autoren dieser Seite. In jedem Fall wünsche ich euch viel Spaß und gute Unterhaltung.

Einen weiteren interessanten Artikel zur Serie (aus der Süddeutschen Zeitung) findet ihr zusätzlich hier.

 

Bookmark the Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.