Word of Mouth Marketing (WOM) – Was ist das?

Word of Mouth Marketing (WOM) ist eine Marketingform, die auf Mundpropaganda unter persönlichen Kontakten beruht. Es ist die klassische persönliche Empfehlung eines Produktes an Freunde, Bekannte, Kollegen oder Familienmitglieder. Ein reales, als besonders positiv befundenes Produkterlebnis wird dabei vermittelt. Das kann im persönlichen Gespräch erfolgen, etwa wenn ich zum Beispiel einer Freundin einen interessanten Designer empfehle, aber auch online, wenn ich über Facebook oder Twitter ein kurzes Feedback poste mit einem Foto meines neuen Lieblingsstückes.

Durch das besondere Vertrauensverhältnis funktioniert Word of Mouth Marketing sehr gut als Kaufempfehlung, da man dem Empfehlendem die positiven Eigenschaften des Produkts aufgrund seiner persönlichen Erfahrung und seines nicht-kommerziellen Interesse eher glaubt als klassischer Werbung des Unternehmens.

Digitales Word of Mouth Marketing – Praxisbeispiel Primark

Noch nutzen nicht sehr viele Unternehmen professionelles WOM, eine Ausnahme stellt allerdings der Billiganbieter Primark dar, der sehr wenig auf klassische Werbung wie Plakataktionen setzt, sondern unter anderem auf eine besondere Beziehung zu Bloggern baut, die umsonst für das Unternehmen werben, zum Beispiel wie diese junge Frau in ihrem Mode-Channel Ooobacht:

Sie erhält kein Geld für ihre Produktwerbung, sondern Einladungen zu Filialeröffnungen, Pressematerial und manchmal einen Einkaufsgutschein. Sie sagt selbst, dass sie die Produkte „wie eine Freundin“ an ihre Zuschauer weiterempfehle. Allein dieses Video hat bereits über 50.000 Aufrufe innerhalb von 2 Wochen erreicht.

Darauf aufmerksam geworden bin ich durch einen Beitrag des WDR aus „Könnes kämpft“ mit der YouTuberin Ooobacht:

http://www.ardmediathek.de/tv/K%C3%B6nnes-k%C3%A4mpft

Durch das WOM hat die Marke Primark eine sehr hohe Glaubwürdigkeit, meint auch die Medienwissenschaftlerin Prof. Frauke Schade. Primark habe die Möglichkeiten des Social Media Marketings sehr gut verstanden und nutze es strategisch. Kunden werden zu Markenbotschaftern gemacht und tragen den Hype um Primark durch Word of Mouth Marketing in die Welt. Perfekt für Primark, um ihre junge Zielgruppe ohne großes Werbebudget zu erreichen.

Hier der Link zum Gespräch zwischen Könnes und Prof Frauke Schade:

http://www.ardmediathek.de/tv/K%C3%B6nnes-k%C3%A4mpft/

Der gesamte Beitrag aus der Servicezeit ist leider nicht mehr verfügbar in der ARD Mediathek. Er behandelte das Phänomen Primark als Marke, aber auch die ernüchternden Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern der Massenbilligware.

Über Annika

Online-Redakteurin mit Begeisterung für Kultur, Kunst, Literatur, Kreativwirtschaft, Stadtwandel, Webkultur, Social Media.
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