Keyword|Kultur

Neulich ließ ich mir versichern: Ja, man kann wirklich alles verkaufen. Dass man seine Großmutter verkaufen kann, war mir bekannt, aber wirklich auch alles andere? Als Beweis zeigte man mir nun, dass man hier sogar „Nichts“ (ver-)kaufen kann, für Menschen, die sich ebendies wünschen. Und warum sollte man ihnen genau das verwehren? Wer sich wirklich „absolut nichts“ wünscht, das aber in stylish, wird auch hier fündig. Über den Preis lässt sich natürlich streiten. Wenn also das möglich ist, dann sollte doch wirklich alles gehen, oder? Das möchte ich nun anhand einer Keywort-Analyse untersuchen. .

Heute geht`s also wieder einmal um Kultur. Konkret: Es geht um Keyword-Kultur. Denn für Geisteswissenschaftler wie mich geht es immer auch um die Frage: Mensch oder Maschine? Wie organisiert unsere wichtigste Infodatenbank unser Wissen? Welches Wissen bleibt erhalten?

Zu diesem Zweck möchte ich heute ein Literatur-Museum an den Mann und die Frau bringen am Beispiel des Heinrich-Heine-Museums in Düsseldorf. Natürlich nicht das ganze Museum, sondern nur den Besuch dessen. Aber dazu muss sich das Haus zunächst als Ganzes – wie könnte es hier anders sein – vermarkten.

Hier können wir nachhelfen

Das Heine-Museum ist weltweit das einzige Museum für den 1797 in Düsseldorf geborenen Dichter Heinrich Heine. Natürlich ist ein Besuch also erstrebenswert, weil einmalig und natürlich wissen dies viel zu wenig Menschen.

Mithilfe des Wikipedia-Eintrags zu „Heinrich Heine“ (man ersetze hier gerne „Wikipedia“ durch „ein in der Wissenschaftscommunity eher akzeptiertes akademisches Literatur-Lexikon seiner Wahl“) habe ich zunächst beispielhaft eine vorläufige Mindmap erstellt, die erste gebrainstormte Ideen mit Fakten unterfüttert:

Keyword-Analyse Heinrich-Heine-Museum Düsseldorf MindmapAus Tradition misstrauisch, lasse ich mich ohne große Erwartungen auf die Keywort-Recherche zu Heinrich Heine ein. Nachdem Ubersuggest.org zu „Literatur-Museum“ sämtliche Literaturmuseen Deutschlands ausspuckt, versuche ich es der Vollständigkeithalber auch noch mit „Heinrich Heine“ und – siehe da! – das Programmhat bereits einige Erfahrung mit dem Dichter und kann neue Verknüpfungen herstellen: über 350 Einträge, aus denen ich hier eine Auswahl dokumentiere:

ubersuggest heinrich-heine

 Es gibt also Hoffnung für den Kulturbereich. Die Keywords sind durchaus interessant und regen zu weiterem Brainstorming an. Die stets neuen pädagogischen Angebote des Museums hatte ich zum Beispiel außer Acht gelassen. Nun will ich wissen, was Google Trends zu dem Thema sagt:

 

 

 

 

Google Trends-hhEs wird deutlich: Ein ordentlicher Skandal kann nicht schaden! Im Jahr 2006 gab es einen Skandal um die Vergabe des Heinrich-Heine-Preises an Peter Handke, der diesen schließlich ablehnte. Heinrich Heine verhalf dieser Eklat zu erhöhter Popularität, was sich an dem hohen Ausschlag der Kurve in diesem Jahr zeigt.

Außerdem sehen wir, dass Heinrich Heine besonders in Nordrhein-Westfalen bekannt ist, was angesichts seiner Geburtsstadt Düsseldorf nicht sehr verwundert. Da hat die bisherige Öffentlichkeitsarbeit in seinem Namen einen guten Dienst geleistet.

Mein Fazit lautet daher: Auch wenn Suchmaschinen selbst (noch) keine komplexen Zusammenhänge erkennen, so liefern sie doch relevante Informationen, indem sie die häufigsten Suchbegriffe in Kombination wiedergeben. Und so viele Menschen können nicht irren! Wer schließlich noch etwas Hintergrundwissen beherrscht, sich eventuell im gängigen Diskurs auskennt, kann spezielle Interessenten noch gezielter ansprechen. Das traditionelle Misstrauen von Geisteswissenschaftlern den „Neuen“ Medien gegenüber ist zwar begründet aber veraltet, vielmehr sollten mögliche Kooperationswege ausgebaut werden in beidseitigem Interesse.

 

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.