Es geschah am hellichten Tag

Ein seltsames Geräusch

An einem sonnigen Morgen im Herbst ereignete sich eine unglaubliche Geschichte.
Die Haushälterin von Herrn Griesheim war wie jeden Morgen dabei das Frühstück und die Medizin für den alten Herrn zu richten. Sie wollte an diesem Morgen endlich ihren düsteren Plan in die Tat umsetzen. Plötzlich wurde sie von einem Geräusch aufgeschreckt. Sie schlich durch den Flur in die Richtung aus der diese merkwürdigen Töne kamen. War es wieder diese Katze, die sich immer in der Bibliothek versteckte und dann nicht mehr raus kam. Sie wollte es genau wissen und öffnete ganz vorsichtig mit zitternden Händen die Tür zur Bibliothek einen kleinen Spalt. Was sie da sah konnte sie einfach nicht glauben. Da stand ein fast nackter Mann mit geschlossenen Augen mitten im Raum. Er hatte eine Karte in der Hand. Plötzliche brüllte dieser Mann mit einem lauten „Groharrr“ wie ein wildes Tier und wirbelte herum. Dabei stieß an den Schaukelstuhl in dem ihr werter Herr immer in seinen Büchern schmökerte. Er schloss wieder die Augen und wirkte auf einmal völlig tiefenentspannt. Er war so groß und übermächtig. Sie fühlte sich so klein und winzig. Was sollte sie jetzt nur tun? Mit Erstaunen stellte sie fest, dass sie das kleine Fläschchen mit der hellgrünen Flüssigkeit immer noch in ihrer Hand hielt.

 

In der Parkklinik

Zur gleichen Zeit musste Herr Dr. Pfefferlein seinen ersten Patienten an diesem Morgen in der Parkklinik operieren. Die alte wohlhabende Dame auf dem OP-Tisch bekam ihre 23. Geschichtsstraffung. Das Gesicht der alten Dame sah schon aus als wäre es mit Wäscheklammern am Hinterkopf zusammen gesteckt. Einfach nur schrecklich. Aber sie wollte einfach nicht auf ihn hören. Diese Operation musste sie unbedingt noch haben, sonst würde sie nicht mehr auf die Straße gehen. Ins geheim dachte der Doktor, dass dieses Gruselkabinett besser im Haus bleiben sollte. Mitten in der OP stellte Herr Dr. Pfefferlein mit Schrecken fest, dass er immer noch den Schlüssel in der Hosentasche hatte. Dieser Schlüssel wurde ihm von Herrn Griesheim anvertraut. Er gehörte zu dem Tresor des alten Herrn. Heute Morgen wollte er doch diesen Schlüssel seiner geliebten mit geben. Der alte Herr konnte nicht wissen, das seine Haushälterin und der feine Herr Doktor schon sein Jahren ein paar waren die gerne ältere Herren um ihre Habseligkeiten erleichterten. Mit eiligen Schritten verließ er seine Klinik und rannte zur prächtigen Villa von Herrn Grießheim. Es war Zeit, dass seine geliebte Trudi ihren Plan endlich in die Tat umsetzte. Das Fläschchen hatte er Ihr schon geben. Ein kleiner Tropfen davon in den Kaffee und der werte Herr würde nie wieder aufwachen. Noch ein paar Schritte dann hatte er das prächtige Anwesen erreicht.

 

Was geschah in der Villa

Plötzlich blieb er wie angewurzelt stehen. Er traute seinen Augen nicht. Da rannte doch tatsächlich ein halb nackter Mann mit einem Tresor auf den Schultern aus der Villa des alten Herrn Griesheimer. Er duckte sich hinter einem Busch und beobachtete wie dieser an ihm vorbei lief. So schnell er nur konnte rannte der Doktor weiter zum Haus. Dort bot sich ihm ein Bild der Verwüstung. Der alte Herr Grießheim war vermutlich die Treppe herunter gestürzt an deren Ende er nun lag. Vorsichtig ging er noch ein paar Schritte weiter. Da sah er sie, seine Trudi lag in einer Blutlache mitten in der Bibliothek. Im selben Augenblick wurde er von einem umfallenden Bücherregal erschlagen . . .

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