Steuerung des Haushalts per Smartphone?!?

Gibt es einen Markt für ein Smartphone, dass ich ständig bei mir trage und das die Steuerung des kompletten Haushalts ermöglicht? In unserer vernetzten Welt ist es zum Teil bereits heute möglich, Küchengeräte, Sicherheitssysteme, Multimedia Geräte, Rolläden, Markisen, Lichtschalter, Steckdosen oder auch die Heizung per Funk mit dem Smartphone online fernzusteuern – quasi per Fernbedienung. Diese Art der Steuerung bzw. Haussteuerung wird auch Smarthome genannt.

Heizung per Smartphone von unterwegs einschalten?

Dass es bereits sinnvoll und möglich, dies zu steuern, möchte uns der Energieversorger RWE mit seiner neusten Kampagne voRWEggehen vermitteln:

Aber wie könnte ein Mobilgerät dazu aussehen?

Und gibt es dafür bereits heute einen Markt?

Stellt euch vor, ihr seid Berater eines Unternehmens, das ein Smartphone zu einem „Kampfpreis“ von 99 € auf den Markt bringen möchte.

Welche Stärken und Schwächen des Smartphones müssen beachtet werden? Welche Chancen oder Risiken gibt es? Ein Instrument, dies zu ermitteln, ist die sog. SWOT-Analyse  (Strenghts/ Weaknesses/ Opportunities/ Threats). Diese beschreibt eine Aufnahme der IST-Situation und dient der Positionsbestimmung und ist wichtig für die Planung einer Strategie.

Chancen/Strenghts

Smartphone zur Steuerung des Haushalts als SWOT-Analyse

SWOT-Analyse: Smartphone zur Steuerung meines Haushalts?

Für ein solches Smartphone gibt theoretisch einen riesigen Markt. Interessant wäre es mindestens für alle Eigenheim-Besitzer bzw. Besitzer von Wohneigentum, die bereits über einen gewissen technischen Standard verfügen oder diesen anstreben. Gerade der Bereich „Steuerung der Heizung“ (oder auch Beleuchtung) spricht besonders das ökologische Bewusstsein in Verbindung mit einem Wohlfühl-Faktor an:

„Wenn ich nach Hause komme, ist es hell und warm. Wenn ich nicht zu Hause bin, spare ich Strom und schütze die Umwelt.“

Risiken/Weaknesses

An dieser Stelle ist besonders die Verbreitung einer solchen Infrastruktur zu betrachten. Sind die Haushalte tatsächlich dazu geeignet, eine (Fern-)Steuerung zu erlauben? Wie können Geräte miteinander vernetzt werden? Welche Übertragungsnetze müssen vorhanden sein? Reichen Mobilfunknetze aus oder muss ein Breitbandzugang vorhanden sein? Wie ist die Netzabdeckung insgesamt? Gibt es Übertragungsstandards/-Protokolle? Merke:

Nur weil es theoretisch möglich ist, muss es noch lange nicht in der Praxis funktionieren.

Stärken/Opportunities

Der Markt für Smartphones ist – immer noch – ein sehr stark wachsender. Die Verbreitung von Smartphones ist bereits jetzt sehr hoch, jedoch werden Geräte immer noch mindestens alle zwei Jahre von den Konsumenten ausgetauscht – eher früher (der Haben-Will-Faktor). Moderne Smartphones der Oberklasse liegen im Verkauf bei ca. 500-700 €.

Ein Gerät für 99 € mit diesem „Killerfeature“ wäre eine Kampfansage an die Mitbewerber bezüglich des Preises.

Schwächen/Threats

Aus dem angestrebten Preis des Geräts resultiert auch eine der großen Schwächen: Was kann ein Smartphone für 99 € können? Dieses Preissegment stellt zur Zeit die Einstiegsklasse bei den Smartphones dar. Und diese Geräte sind was die Ausstattung (z. B. Kamera, Speicher), die Prozessorleistung, den Bildschirm und die Haptik (das „Anfass-Gefühl“) angeht nicht mit Oberklasse-Smartphones zu vergleichen. Dies bedeutet wahrscheinlich auch, dass die Zielgruppe des „Vernetzten Haushalts“ kein Einsteiger-Gerät kaufen wird, sondern eher ein teures Gerät kauft. Und mit zwei Geräten in der Tasche? Eher nicht.

Wie sagt der Kölner: „Wat nix kost, dat is auch nix!“ 

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